Sonntag, 20. Mai 2012
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"Das Licht ist aus, ich geh´nach Haus, rabimmel, rabammel, rabumm!" PDF  | Drucken |  E-Mail
Geschrieben von: Joachim Hofmann   
Mittwoch, den 22. Februar 2012 um 22:46 Uhr

Schmerzlich, aber unumgänglich: die Fastnacht wird zu Grabe getragen.Schmerzlich, aber unumgänglich: die Fastnacht wird zu Grabe getragen.Ladenburg. Die Narrenherrschaft ist zu Ende. Nach 103 Tagen wechselten Rathausschlüssel und Stadtkasse wieder ihren Besitzer, und die Fastnacht wurde mit dem traditionellen Heringsessen mit rund 120 Gästen im nahezu voll besetzten Kaiserkeller zu Grabe getragen. 

Zunächst aber begrüßte der 1. Vorsitzende des Gesangvereins Liederkranz Kurt Geßner die Gäste, hier neben Gemeinderatsmitgliedern vor allem erste Bürgermeisterstellvertreterin Gudrun Ruster in Stellvertretung des Rathauschefs, der - wie üblich zu dieser Jahreszeit - in Urlaub weilt. „Am 11.11. haben wir verkündet, die letzte Stunde der Ratze hat noch lange nicht geschlagen“, so anschließend Petra Raudzis, zweite Vorsitzende der Ladeberger Ratze. Sie resümierte eine erfolgreiche Kampagne. Die Vorverlegung der Ratze-Fastnacht und Inthronisation der Kinderprinzessin hätten sich ausgezahlt, so Raudzis. Sie dankte in diesem Zusammenhang vor allem Bürgermeister Rainer Ziegler, der „immer an uns geglaubt“ und bislang die Hälfte der Gebote mit Bravour ausgeführt habe.

Schweren Herzens mussten Raudzis und Ratze-Vorstand Norbert Ginkel anschließend die - leere - Kasse und den Hauptschlüssel herausgeben. Als Übungsobjekt für das noch ausstehende Wettangeln gaben sie Ruster noch einen Fisch im Glas samt Angel mit auf den Weg. Und auch zwei Kanister Wasser „zur Verbesserung der Wasserqualität im Neckar. An alle erging die Einladung zum Tanz in den Mai am 30. April im Kaiserkeller. Die Kampagne ende zwar, „wir sind aber das ganze Jahr für Ladenburg da“, so Raudzis. Große Freude hätte den Ratze-Verantwortlichen die neue Kinderprinzessin Michelle I. bereitet. Sie sei sogleich in die Fastnachtsaristokratie aufgenommen worden und habe sogar das Mannheimer Stadtprinzenpaar einenTag lang bei offiziellen Terminen begleiten dürfen. Auch bei der Feuerio-Sitzung sei sie dabei gewesen. Stolz sei man auch auf Trainerin Uli Schwarz, die mit Jugendgarde zahlreiche erste, zweite und dritte Plätze bei Wettbewerben erreicht habe. „Ich freue mich über volles Haus, Sie sind auf dem richtigen Weg“, konstatierte auch Gudrun Ruster den Fastnachtern.

Wehmütig nimmt Ratze-Chef Norbert Ginkel Abschied vom Schlüssel zur Macht. Sichtlich erleichtert ist dagegen Bürgermeisterstellvertreterin Gudrun Ruster.Wehmütig nimmt Ratze-Chef Norbert Ginkel Abschied vom Schlüssel zur Macht. Sichtlich erleichtert ist dagegen Bürgermeisterstellvertreterin Gudrun Ruster.Andreas Lange und sein Untertaker-Team hatten nun die traurige Aufgabe, die verblichene Fastnacht zu Grabe zu tragen. Zwischen Schniefen und Wehklagen blieb natürlich wie gewohnt Raum für den einen oder anderen Seitenhieb in Richtung Stadtpolitik. „Das Licht ist aus, ich geh nach Haus, rabimmel, rabammel rabumm. Vorm Nachbarhaus steht die Mülltonne drauß´, rabimmel...“ intonierte Lange zur Melodie von „Ich geh´mit  meiner Laterne. Weil die Stadt jetzt alles selber machen und die Kosten senken wolle, könne der jetzt einzustellende Elektriker ja in der erzwungenen Dunkelheit von zwei bis vier Uhr die kaputten Birnchen wechseln. So könne man eine Halbtagsstelle daraus machen, so der Bestatter.

Und da die Anwohner in der Nadlerstraße wegen der Bäume schon ihre Sachen von der Hauptstraße aus heimtragen müssten, könne man Schläuche ausgeben. Im Brandfall könnten die Anwohner damit ja zum Bach rennen. In Ladenburg sei eben alles geprägt von Effizienz und Synergien, befand Lange. Deswegen komme „der Womo-Platz mit den Handvoll Fahrzeug´“  auch woanders hin. „Drei Kreuze mache dann net nur die, die von auswärts kumme und da parke könne.“

Auch bei den Anglern gebe es Veränderungen. Sie hätten vor, das Zelt zum Fischerfest nicht weit vom Fischerhäusel aufzustellen. „Gut wär am Bahnhofsvorplatz. Dort könnt das Zelt das ganze Jahr als Wartehalle stehen bleiben“, schlug Lange vor. Um die weitere Wartezeit auf die S-Bahn sinnvoll zu nutzen, schlug er vor, den Bahnhof selber „aufzupimpen“. Dazu biete sich der heimische Landtagsabgeordnete Gerhard Kleinböck gerade zu an, der jetzt eine Aufgabe brauche. Beim Abbruch des Stuttgarter Bahnhofes finde sich sicher Brauchbares. Er könnte ja still und leise Steine, Bänke, Lampen und was sonst noch so anfällt mitbringen. Schotter für die Gleise könne man dann von der Sandbank nehmen, erklärte der schwarz-weiß gewandete Sangesbruder. „Die Arbeit können dann die machen, die sich beim Konzert auf der Neckarwiese immer beschweren, und zwar zusammen mit denen vom Markplatz.“ So könnten diese feststellen, was Ladenburg ausmache. „Sonst begraben wir demnächst mir der Fastnacht gleich die ganze Stadt“, so Lange abschließend.


 

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