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Gegen Mitte des vergangenen Jahrhunderts fotografierte Kurt Heck, (1904-1986), Fotograf in Ladenburg, diese Ansicht des Kandelsbachs. Dieser floss damals noch auf dem Damm. (Foto: Leihgabe des Heimatbundes)Ladenburg. Die Arbeiten zur Renaturierung des Kandelsbachs als Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der Martinsschule könnten bereits in wenigen Tagen beginnen: Der Technische Ausschuss hat in seiner Sitzung am Mittwochabend die Rodungs- und Pfanzungsarbeiten zum Angebotspreis von knapp 56.000 Euro an die Fa. Schrader GmbH Garten- und Landschaftsbau aus Ingolstadt vergeben.
Insgesamt waren sieben Angebote eingangen, wobei die Spanne von 55.809 Euro (Fa. Schrader) bis 94.982 Euro reichte. Auch Ladenburger Firmen hätten Angebote abgegeben, preislich jedoch im Mittelfeld gelegen, berichtete Bürgermeister Rainer Ziegler. „Wir haben das wirtschaftlichste Angebot beachten müssen“, so der Rathauschef.
Der Betrag liege deutlich unter den Berechnungen von Dr. Nehrig (von der Gesellschaft für angewandte Ökologie und Umweltplanung GefaÖ, Anm. der Redaktion). „Wir ´müssen´ ist nicht richtig ausgedrückt, wir ´dürfen´ dieses Angebot akzeptieren“, so Ziegler angesichts der Angebotshöhe. Die Firma Schrader sei in Ladenburg bekannt und habe schon in der Hohen Straße gearbeitet, legte Ziegler dar. Das Angebot sei sicher knapp kalkuliert, aber für die Firma nach eigenen Angaben auskömmlich, so der stellvertretende Stadtbaumeister Herbert Felbek.
„Für uns ist das ein Nullsummenspiel. Wir bekommen das Geld komplett vom Kreis erstattet“, so Herbert Felbek auf die Frage von Stadtrat Uwe Wagenfeld (CDU), warum die Stadt Ladenburg an den Kosten beteiligt sei, wo doch die Martinsschule in der Verantwortung des Rhein-Neckar-Kreises liege. Dem schloss sich sogleich eine erneute Diskussion über die Renaturierungsmaßnahmen an. Er mache seine Zustimmung zur Vergabe des Auftrages von einer „maßvollen Bereinigung“ abhängig, so Wagenfeld. Dem entgegnete der Rathauschef, dass die Ausgleichsmaßnahmen so durchgeführt würden, wie sie geplant seien. Aber etwa ein gesunder Obstbaum werde dabei nicht entfernt. 170 Bäume hätten ausgeglichen werden müssen, gab Felbek nochmals einen Überblick. „Wir können dort nicht alle pflanzen, der Rest wird in monetäre Mittel umgewandelt, die ebenfalls zur Renaturierung verwendet werden. Dem hat der Naturschutz zugestimmt.“ Man habe eine Bestandsbegehung bei belaubtem Zustand der in Frage stehenden Gehölze gemacht. „Abgänge“ seien dabei sehr gut erkennbar gewesen, auch alles, was sich dort durch Wildwuchs im Wege stehe. „Die Sachen kommen raus, jetzt wird gerodet“. Die Maßnahmen dauerten etwa ein Jahr, es würden auch Steine zum Überwechseln auf die Dammseite eingesetzt, eventuell zu einem Hochpunkt. Dort könnte eine Tafel aufgestellt werden, eventuell mit „Durchblick“ vorher/nachher wie beim Grünprojekt, erläuterte Ziegler zu einer entsprechenden Anregung von Uwe Wagenfeld. Verwundert über die „enorme Spreizung“ der Angebote zeigte sich Stadtrat Alexander Spangenberg (GLL). Gerade, weil etwa für die Rodungsarbeiten am Schriesheimer Fußweg Spezialmaschinen notwendig seien. Was, wenn bei dem günstigen Preis etwas schief gehe und die Firma insolvent werde? „Wir haben die Rodung und Pflanzung von 100 Bäumen von einer bestimmten Qualität festgelegt. Zahlungen erfolgen immer entlang der Leistung“, erklärte das Stadtoberhaupt. Werde das Unternehmen insolvent, seien jeweils nur die geleisteten Arbeiten bezahlt worden. Mit den Rodungsarbeiten könne Anfang kommender Woche begonnen werden. Sie würden bis Februar/März andauern, der Rest folge im Spätjahr, so Herbert Felbek abschließend. |